Seit langer Zeit beschäftigen sich findige Menschen mit der Aufgabe, Mechanismen und Fahrzeuge zu entwickeln, die unter Wasser nicht nur das Überleben ermöglichen, sondern Aufgaben erfüllen können. Nach den ersten funktionierenden muskelbetriebenen Tauchfahrzeugen, wie z.B. den Brandtaucher, die Turtle oder die Hunley waren im Zuge des technischen Fortschritts Ende des 19. Jahrhunderts kräftigere Antriebe gefragt. Elektromotore sind für U-Boote ideal, aber wo kommt der Strom her? Aus der Steckdose macht auf Dauer nicht glücklich.

Dampf? Nicht schlecht und wurde zum Beispiel bei der französischen Marine verwendet, allerdings fürchtete man Kesselexplosionen, wenn kaltes Seewasser eindringt und mit dem heissen Kessel in Berührung kommt. Zum Tauchen mussten Anfangs die Kessel erst gelöscht werden, die 15 Minuten, die dafür nötig waren, machten im Einsatz keinen Sinn. Benzin? Zu leicht entzündlich, Unglücke bei der Royal Navy waren eine eindeutige Warnung. Diesel? Anfangs noch zu schwer und zu schwach, erst später nach langwierigen Versuchen mit 2- und 4-Taktverfahren perfekt, gab's überhaupt erst ab 1912. Was dann? 

Mit Petroleum stand ein nicht so leicht entzündlicher und damit sicherer Treibstoff zu Verfügung, entsprechende Petroleum Motoren auch. SM U1 bis U18 der Kaiserlichen Marine wurden daher mit Petroleum Motoren ausgerüstet, auch die Royal Navy rüstete ihre U-Boote mit Petroleum Motoren aus, sogar Frankreich schwenkte auf Petroleum um, allerdings um damit Dampf zu erzeugen. In Deutschland prägte schnell ein Name diese Antriebsart und diese Epoche:

Petrolboote.

Diese sind Vorbild für meine Modell U-Boote, die ich möglichst nah am Original und möglichst mit deren charakteristischen Funktionen ausgestattet baue.